Mit einer vermessenen Biegeprobe lässt sich ein wirksamer K-Faktor für einen bestimmten Werkstoff- und Werkzeugaufbau abschätzen. Dieses Beispiel erklärt den vorhandenen Rechner; es ist keine Werkstofftabelle.
Die Geometrie des Modells messen
Die ursprüngliche Platinenlänge L vor dem Biegen messen. Nach dem Entlasten Dicke t, fertigen Innenradius Ri, Biegedrehwinkel θ und Außenschenkel A und B messen. Die Schenkel reichen bis zum virtuellen scharfen Schnittpunkt der Außenflächen, nicht bis zu den Tangentenpunkten. θ ist die Drehung aus der Ebene; der Öffnungswinkel beträgt daher 180° − θ.
Annahmen: eine Biegung mit konstanter Dicke und konstantem Radius, gerade Schenkel, kein Beschnitt nach der Platinenmessung. Die folgenden Werte sind erfundene Lerndaten, keine Ergebnisse eines Fertigungsversuchs.
| Eingabe | Wert |
|---|---|
| Dicke t / fertiger Innenradius Ri | 2,00 mm / 2,00 mm |
| Biegedrehwinkel θ | 90° = π/2 rad |
| Außenschenkel A / B | 50,00 mm / 50,00 mm |
| Ursprüngliche Platinenlänge L | 96,40 mm |
K aus der gemessenen Platine berechnen
- Äußerer Rücksprung: OSSB = (Ri + t) tan(θ/2) = (2 + 2) tan(45°) = 4,00 mm.
- Biegezugabe: BA = L − A − B + 2 OSSB = 96,40 − 50 − 50 + 8 = 4,40 mm. Die beiden geraden Abschnitte sind jeweils 50 − 4 = 46 mm lang.
- Modell der neutralen Faser: BA = θrad (Ri + Kt), also K = (BA/θrad − Ri)/t.
- Ergebnis: K = [4,40/(π/2) − 2,00]/2,00 = 0,40056… ≈ 0,4006, dimensionslos.
Gegenrechnung: Biegeabzug BD = 2 OSSB − BA = 8,00 − 4,40 = 3,60 mm; L = A + B − BD = 96,40 mm. Mit gerundetem K = 0,4006 entstehen 96,4001 mm; zusätzliche Stellen bedeuten keine höhere Messgenauigkeit.
Diese Eingaben im verlinkten Biegerechner verwenden und „Gemessene Platinenlänge“ auf 96,4 setzen. Die Anzeige mit drei Nachkommastellen sollte K ≈ 0,401 ergeben.
Kalibrierung dem Prozess zuordnen
- Güte, Zustand, Charge, Dicke, Walzrichtung, Stempel, Matrizenöffnung, Biegeverfahren und gemessene Geometrie gemeinsam mit dem Ergebnis erfassen.
- Innenradius und Winkel im entlasteten Zustand verwenden, nicht automatisch Stempelradius oder programmierten Winkel. Ein angepasster K-Faktor sagt die Rückfederung nicht voraus.
- Den Versuch wiederholen und ein separates Bauteil prüfen, bevor eine Abwicklung freigegeben wird. Den Beispielwert nicht auf andere Werkstoffe oder Werkzeuge übertragen.
- Liegt das Ergebnis außerhalb des Rechnerbereichs 0–0,5, zunächst Einheiten, Schenkeldefinition, Winkelkonvention, Radius und Messungen prüfen. Den Wert nicht einfach auf eine Bereichsgrenze begrenzen.
Technische Quellen
Am 28. Oktober 2026 geprüft. Beispiel, Umstellung und Zahlenprüfung sind eigenständig erstellt; keine Handbuchseiten oder geschützten Abbildungen werden übernommen.