Eine Keilwelle verteilt das Drehmoment auf mehrere Zähne am Wellenumfang. Sie eignet sich, wenn Tragfähigkeit, wiederholte Montage, genaue Zentrierung oder gezieltes axiales Gleiten gegen eine einzelne Passfeder sprechen.
KEILWELLENPROFIL
Zähnezahl und Durchmesser gemeinsam lesen
DIN ISO 14 behandelt Keilwellen mit geraden Flanken und Innenzentrierung. Wesentliche Kennwerte sind N Keilanzahl, d kleiner Durchmesser und D großer Durchmesser.
Welle DIN ISO 14 · 6 × 23 × 26
Die Bezeichnung steht für sechs Keile mit d = 23 mm und D = 26 mm. Die vollständige Zeichnung muss zusätzlich die Passung und Fertigungsanforderungen angeben.
LASTVERTEILUNG
Mehr Flanken verbessern den Kraftfluss
Das Drehmoment wird über die tragenden Flanken mehrerer Zähne übertragen. Die verteilte Anlage kann lokale Flächenpressung reduzieren und eine bessere konzentrische Führung als eine einzelne Passfeder ermöglichen.
Fertigungsabweichungen, Fluchtungsfehler und elastische Verformung verhindern eine vollkommen gleichmäßige Lastverteilung. Tragfähigkeitsnachweise benötigen deshalb das passende Normverfahren und einen realistischen Lastverteilungsfaktor.
Verbindungsart
Passender Einsatz
Passfeder
Einfache, wirtschaftliche Drehmomentverbindung für mittlere Lasten und unkomplizierte Bearbeitung.
Keilwellen-Schiebesitz
Drehmomentübertragung mit gewünschter axialer Bewegung, etwa bei Schiebekupplungen oder verschiebbaren Getriebeteilen.
Keilwellen-Übergangssitz
Genaue Positionierung bei weiterhin möglicher Montage; Flankenspiel und Zentrierung berücksichtigen.
Keilwellen-Presssitz
Fester Nabensitz ohne erforderliche axiale Relativbewegung, wenn die Montagekraft zulässig ist.
QuellenQuelle: Ulrich Fischer et al., Mechanical and Metal Trades Handbook, geradflankige Keilwellenverbindungen und Toleranzklassen, S. 243.