Eine Passfeder überträgt Drehmoment formschlüssig zwischen Welle und Nabe. Für die richtige Auswahl reicht eine Normbreite nicht aus: Welle, Passfeder, Nabenwerkstoff, tragende Länge, Passungen und Axialsicherung müssen zusammenpassen.
PASSFEDERAUSWAHL
Mit dem Wellendurchmesser beginnen, dann Tragfähigkeit prüfen
DIN 6885-1: legt Normabmessungen und Formen von Passfedern fest.
Wellendurchmesser: bestimmt den Bereich der Normbreite b und Höhe h.
Passfederlänge: muss zur Nabe passen und genügend tragende Kontaktfläche bereitstellen.
Bezeichnungsbeispiel: Passfeder DIN 6885 · A · 12 × 8 × 56.
KRAFTFLUSS
Drehmoment in Umfangskraft umrechnen
Das übertragene Drehmoment erzeugt eine Umfangskraft am Wellenradius. Damit die Passfeder auf Schub und die belastete Nutflanke auf Flächenpressung prüfen.
Ft = 2T / d · τ ≈ Ft / (b·leff) · p ≈ Ft / Abearing
Häufig bestimmt die weichere Oberfläche von Nabe oder Wellennut die zulässige Flächenpressung. Bei den zulässigen Werten Stöße, wechselndes Drehmoment und Lastverteilung berücksichtigen.
Konstruktionsprüfung
Praktische Entscheidung
Passfeder- und Nutpassung
Vorgegebene Breitentoleranzen für die gewünschte Passung verwenden; Fischer nennt P9/N9 für Wellennuten und P9/JS9 für Nabennuten.
Flächenpressung
Wirksame belastete Flankenfläche prüfen, besonders bei Naben aus Gusseisen oder Aluminium.
Spannungskonzentration
Die Wellennut verringert den wirksamen Querschnitt und erzeugt eine Kerbe; bei ermüdungsbeanspruchten Wellen berücksichtigen.
Axiale Positionierung
Eine Passfeder überträgt Drehmoment, sichert die Nabe aber nicht allein axial. Schulter, Mutter, Sicherungsring oder geeignete Klemmung vorsehen.
QuellenQuelle: Ulrich Fischer et al., Mechanical and Metal Trades Handbook, Drehmoment- und Spannungsgrundlagen, S. 35, 43–44; Passfedern und Keilwellen, S. 242–243.