Ausgangspunkt sind empfohlene Werte für Schnittgeschwindigkeit und Vorschub, abgestimmt auf Werkstoff, Bohrerwerkstoff, Durchmesser und Bohrungsbedingungen. Daraus werden Drehzahl und Vorschubgeschwindigkeit berechnet und anschließend mit Maschine, Spannung und Spanabfuhr abgeglichen.
Größe
Beziehung
Anwendung
Drehzahl
n = 1.000 · vc / (π · d)
vc in m/min und Bohrerdurchmesser d in mm ergeben die Drehzahl in 1/min.
Vorschubgeschwindigkeit
vf = n · f
Der Vorschub je Umdrehung f wird in den axialen Vorschub in mm/min umgerechnet.
Schnittzeit
tc = L / vf
Den wirksamen Bohrweg L einschließlich Anfahr- und Durchbruchzugabe verwenden.
Spanungsquerschnitt je Schneide
A = d · f / 4
Verbindet Durchmesser und Vorschub mit der Kraftabschätzung aus Kapitel 15.
RECHENBEISPIEL
Durchgangsbohrung Ø10 mm
Angenommen werden bestätigte Startwerte von vc = 25 m/min und f = 0,15 mm/U. Daraus folgt n ≈ 796 1/min; bei gewählten 800 1/min beträgt vf = 120 mm/min. Bei 24 mm wirksamem Bohrweg ergibt sich eine ideale Schnittzeit von etwa 0,20 min beziehungsweise 12 s – ohne Anfahren, Rückzug, Entspanzyklen oder Werkzeugwechsel.
BOHRERAUSWAHL
Geometrie an das Spanverhalten anpassen
Ein Bohrer mit normalem Drall ist der übliche Ausgangspunkt für gebräuchliche Stähle.
Ein kleiner Drall eignet sich für spröde, kurzspanende Werkstoffe.
Ein großer Drall unterstützt weiche, langspanende Werkstoffe.
Spitzengeometrie, Beschichtung und Kühlschmierstrategie mit aktuellen Herstellerdaten bestätigen.
QuellenQuelle: Ulrich Fischer et al., Mechanical and Metal Trades Handbook, 3. englische Auflage, Abschnitt Bohren ab Druckseite 298; Bohrergeometrie und Tabellenlogik mit dem entsprechenden Abschnitt der 2. Auflage, S. 301, abgeglichen. Rechenbeispiel und Wegzugabe: eigene Anwendungszusammenfassung.