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Werkstoffe & Querschnitte

Toleranzen für Guss- und Kunststoffteile

Endkonturnahe Teile verlassen die Form nicht mit vollkommen konstanten Maßen. Gießprozessfähigkeit, Bearbeitungszugaben, thermische Kontraktion und Nachschwindung müssen vor der Freigabe von Funktionsmaßen berücksichtigt werden.

GUSSZEICHNUNG

Roh- und Fertigmaße trennen

Eine Gussspezifikation kann einen Maßtoleranzgrad mit einer erforderlichen Bearbeitungszugabe verbinden. Bearbeitete Funktionsflächen benötigen weiterhin klar definierte Fertigmaße und Bezüge.

R = F + 2·RMA + T/2

R Rohgussmaß, F Fertigmaß, RMA erforderliche Bearbeitungszugabe und T gesamte Gusstoleranz. Beispiel: ISO 8062-3 · DCTG 12 · RMA 6 (RMAG H).

KUNSTSTOFF-FORMTEIL

Maßänderungen setzen sich nach dem Formen fort

Verarbeitungsschwindung entsteht beim Abkühlen nach dem Formen. Nachschwindung kann nach dem Entformen weitergehen, insbesondere bei kristallinen Kunststoffen oder warmer Lagerung.

Die Beispiele bei Fischer reichen von etwa 0,45 % für Polystyrol bis 1,7 % für Polyethylen. Ein einheitlicher pauschaler Schwindungsfaktor ist daher ungeeignet.

AuslegungsgrößeZeichnungs- oder Werkzeugentscheidung
Fähigkeit des GießprozessesToleranzgrad passend zum tatsächlichen Verfahren wählen; Handformguss, Feinguss und Druckguss bieten unterschiedliche Genauigkeiten und Oberflächenqualitäten.
Bearbeitete FunktionsflächeAusreichend Material für eine saubere Bearbeitung vorsehen, aber übermäßige Zugaben, Gewicht und Bearbeitungszeit vermeiden.
Kunststoff und FaserrichtungLieferantendaten sowie Erfahrungen aus Füllsimulation und Werkzeugbau nutzen; Geometrie, Nachdruck, Kühlung und Orientierung beeinflussen das Ergebnis.
Zeitpunkt der PrüfungNach festgelegter Konditionierungsdauer messen, damit Fertigung und Prüfung denselben Maßzustand bewerten.
QuellenQuelle: Ulrich Fischer et al., Mechanical and Metal Trades Handbook, Gusszugaben und -toleranzen, S. 163–164; Kunststoffschwindung, S. 345.
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