Die Lagerauswahl beginnt mit dem gesamten Lastfall. Radial- und Axialkräfte, Drehzahl, Fluchtungsfehler, Steifigkeit, Wärmeausdehnung, Bauraum, Schmierung und Verschmutzung bestimmen Lagerart und Anordnung.
BELASTUNGSRICHTUNG
Lagergeometrie auf die Kraft abstimmen
Rillenkugellager: vielseitige radiale Abstützung mit begrenzter axialer Tragfähigkeit.
Schrägkugel- oder Kegelrollenlager: kombinierte Radial- und Axialbelastung; häufig paarweise gegeneinander angeordnet.
Zylinderrollenlager: hohe radiale Tragfähigkeit und Steifigkeit; die Bordanordnung bestimmt die axiale Führung.
Selbstausrichtendes Lager: gleicht Winkelfehler aus, die eine starre Lagerung überlasten würden.
LAGERANORDNUNG
Axial festlegen und Wärmeausdehnung ermöglichen
Ein Festlager führt die Welle axial. Das Loslager muss Wärmeausdehnung durch interne Verschiebung oder eine gezielte Gleitpassung ermöglichen.
Eine beidseitige axiale Festlegung ohne Ausdehnungsmöglichkeit kann unerwünschte Vorspannung, Erwärmung und frühe Schäden verursachen – auch bei ausreichend großen Einzellagern.
Betriebsbedingung
Auswahlentscheidung
Hohe Radiallast
Zylinder- oder Nadelrollenlager vergleichen; Drehzahl, Wellenhärte und Bauraum prüfen.
Hohe oder wechselnde Axiallast
Eine eindeutig axial tragfähige Anordnung wählen und Lastrichtung, Paarung und Vorspannung prüfen.
Fluchtungsfehler oder Gehäuseverformung
Selbstausrichtende Lager verwenden oder die strukturelle Ursache beseitigen; starre Lager reagieren empfindlich auf Kantenbelastung.
Wasser und Steinstaub
Abdichtung, Gehäuseentwässerung, Fettaustausch und Wellenoberfläche als Teil der Lagerauswahl behandeln.
QuellenQuelle: Ulrich Fischer et al., Mechanical and Metal Trades Handbook, Wälzlagerübersicht, Bezeichnungen und ausgewählte Kugel- und Rollenlager, S. 263–267.