Ein Lagerschmierstoff trennt Wälzkontakte, begrenzt Verschleiß, transportiert Wärme und schützt vor Korrosion. Bei der Auswahl Grundölviskosität, Konsistenz, Temperaturbereich, Wasserbeständigkeit, Drehzahl, Last und Nachschmierverfahren gemeinsam betrachten.
KENNZEICHNUNG
Fettkennzeichnung nach ihren einzelnen Funktionen lesen
Schmierfett DIN 51825 – K3N–20 bezeichnet Fett für Wälz- und Gleitlager (K), NLGI-Konsistenzklasse 3, obere Temperaturklasse N und eine untere Gebrauchstemperatur von −20 °C.
K · 3 · N · −20 = Anwendung · Konsistenz · obere Klasse · untere Grenze
Die NLGI-Klasse beschreibt die Walkkonsistenz, nicht die Viskosität des Grundöls. Beide Eigenschaften sind wichtig, beantworten aber unterschiedliche Auslegungsfragen.
MEHRDRAHTBETRIEB
Wasserbelastung und Wartbarkeit berücksichtigen
Grundölviskosität: ausreichenden Schmierfilm bei Betriebstemperatur sicherstellen, ohne übermäßige Walkverluste.
Verhalten gegenüber Wasser: geringe Veränderung bei Wasserbelastung bevorzugen; Fischer nennt Stufen von 0 bis 3 für keine bis starke Veränderung.
Korrosionsschutz: eindringendes Waschwasser und Stillstandszeiten berücksichtigen, nicht nur den laufenden Betrieb.
Nachschmierung: sauberen Einlass sowie Austrittsweg für Altfett und Verunreinigungen vorsehen.
Auswahlgröße
Technische Prüfung
Drehzahl und Temperatur
Drehzahlkennwert des Lagers und Einsatzbereich des Schmierstoffs prüfen; Wärme verringert die Ölviskosität.
Last und Stoß
Schmierfilmtragfähigkeit und bei Bedarf geeignete Verschleißschutz- oder Hochdruckzusätze prüfen.
Fettkonsistenz
Förderbarkeit und Rückhaltevermögen abstimmen; eine höhere NLGI-Zahl bedeutet festeres Fett.
Menge und Intervall
Überfüllung vermeiden: Zu viel Fett erhöht Walkverluste, Temperatur und Dichtungsdruck.
QuellenQuelle: Ulrich Fischer et al., Mechanical and Metal Trades Handbook, Schmierstoffkennzeichnung und ISO-Viskositätsklassen, S. 271; Fettbezeichnungen, NLGI-Konsistenz, Temperaturklassen und Wasserverhalten, S. 272.